Mittwoch, 14. Februar 2018

Aus Syrien geflüchtet


Da ist er nun, der neue Klar-Reality-Roman des syrischen Jugendlichen, der sich Seif Arsalan nennt. Er beschreibt in diesem Roman zunächst sein Leben in Syrien, den Alltag, die Familie und schließlich die Veränderungen durch den Krieg. Als das Leben dort immer gefährlicher wird, macht sich Seif mit seiner Mutter auf eine dramatische Flucht. Viele schwere und lebensbedrohliche Entscheidungen stehen an, die ihn dazu zwingen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, bis er schließlich in Deutschland ankommt. Doch auch hier warten viele Probleme auf ihn, aber er erfährt auch Hilfsbereitschaft und Unterstützung.
Ich freue mich, Seif bei diesem Roman betreut zu haben, und hoffe sehr, dass euch seine Geschichte genauso ans Herz geht, wie mir.  

Mittwoch, 7. Februar 2018

Autokorrektur



Wahrscheinlich seid ihr schon alle viel weiter als ich. Ich hatte bislang die Autokorrektur meines Handys ausgestellt, weil sie alles besser wusste und ich plötzlich Whats-Apps abschickte, die ich nie geschrieben hatte. Nun aber, mit Blick auf die Menschen um mich, die so viel schneller schrieben als ich, habe ich sie wieder angestellt. Zu meinem großen Entsetzten muss ich feststellen, dass mein Handy immer schon weiß, was ich schreiben will. Schreibe ich also: „Vielen…“ bietet es mir „Dank“ an und setzt auch gleich „für“ und „das Geschenk“ hinterher.  Okay, denke ich. Das scheint ja auch logisch zu sein. Also schreibe ich weiter.
„Ich bin im Moment im In…“  
„Indoorpark“, bietet es mir als Wort an.
Hilfe, denke ich. Woher weiß es das?
„…in Cottbus“, schreibt es weiter.
Und tatsächlich sitze ich genau da an einem Tisch und langweile mich, während die Enkelkinder auf dem Trampolin herumtoben.
Kein Wunder, denke ich. Ich habe ja auch mein GPS an, weil ich mittlerweile gar nicht mehr weiß, wie ich es ausschalten kann. Ist also klar, dass mein Programm weiß, was ich schreiben will. Also gebe ich auf, mich immer wieder zu wundern, tippe und erkenne an, dass das Handy die Worte so treffend formuliert.
„Bis bald“, schreibe ich zuletzt. „Liebe …“  
„… Grüße Annette“, fügt es hinzu.
Okay. Den nächsten Roman sollte ich vielleicht meinem Smartphone überlassen. 

Donnerstag, 1. Februar 2018

Kontakt zu Hasan Tas


Wieder sind liebe Schülerbriefe für Hasan Tas gekommen, und weiß, wie sehr er sich darüber freuen würde, dass die Schüler so liebevoll Anteil an seinem Leben nehmen. Leider habe ich seit einiger Zeit keinen Kontakt mehr zu ihm. Der letzte Brief an ihn kam zurück, im sozialen Netzwerk ist Hasan verschollen, und seine Mutter antwortet mir nicht.
Ich mache mich auf die mühsame Suche nach ihm, durchforste die Facebook-Freundesliste der Mutter und versuche, mich an Namen zu erinnern, die Hasan erwähnt haben könnte. Schließlich sehe ich in der Liste einen Frauennamen, der mir bekannt vorkommt, und als ich mir das Foto genauer anschaue, glaube ich, eine Ähnlichkeit zwischen ihr und Hasan erkennen zu können. Ich schreibe sie an, und tatsächlich ist sie seine Schwester. Sie antwortet auch gleich, schreibt aber auch, dass sie keinen Kontakt zu Hasan habe und seine Adresse nicht kenne. Das hört sich nicht gut an. Die Sorge, Hasan könnte wieder im Gefängnis sitzen, überkommt mich. Schließlich ist die Rückfallquote unter den entlassenen Häftlingen riesig. Ich schreibe ihr erneut und frage ganz direkt, ob Hasan wieder einsitzt. Es kommt eine empörte Antwort. Natürlich sitzt er nicht ein (*Steinvomherzkuller), es gehe ihm gut und er lebe mit seiner Freundin zusammen und habe ein schönes Leben.
Sie vermittelt mir schließlich einen Kontakt zu Hasans älterem Bruder. Von ihm erfahre ich Hasans Adresse und mit Hasans Einverständnis auch die Handynummer. Und dann habe ich ihn endlich an der Leitung. Wie ich mich freue! Er klingt cool und witzig, wie immer.
Ja, es geht ihm tatsächlich sehr gut. Er arbeitet als Zerspanungsmechaniker und verdient gutes Geld. Außerdem hat er lange mit seiner Freundin zusammengelebt. Nun allerdings steht die Trennung an, und er ist gerade wieder Single. Musik macht er leider nicht mehr, dazu fehlt die Zeit, aber er hört immer noch gerne Rap. Der Kriminalität hat er schon lange abgeschworen, und er lacht, als ich ihm erzähle, dass ich mir Sorgen gemacht habe, er säße wieder ein.
„Frau Weber, Sie wissen doch!“, ruft er fröhlich. „Sie können sich auf mich verlassen.“ Ja, das kann ich echt!
„Grüßen Sie mir alle, die meine Bücher lesen“, sagt er noch. Das habe ich hiermit getan. 

Dienstag, 30. Januar 2018

Zweitjob


In einer schnelllebigen Welt wie dieser, in der man zu den Old-Schoolern gehört, wenn man nicht in der Lage ist, eine Whatsapp mit zwei Daumen zu schreiben, sollte man auf alle Fälle mehrere Jobs im Ärmel haben.
Zwei konnte ich bisher vorweisen, aber der Trend geht zum Dritten.
Nun habe ich einen weiteren: Ich bin Aquatrainerin. Wehe ihr glaubt mir nicht. Schaut euch das Foto an. Das ist der Beweis!

Wie kommt die denn darauf? werdet ihr euch sicherlich fragen. Naja, das Leben treibt manchmal seltsame Blüten. Einige, die den Blog regelmäßig lesen, wissen vielleicht, dass ich in allen Ferienzeiten auf dem Campingplatz meiner Familie im Spreewald aushelfe. Hier wird in diesem Winter eine Wellnessanlage mit Sauna und Pool gebaut, und da lag die Überlegung auf der Hand: Wäre doch schön, wenn im kommenden Sommer morgens Aquatraining stattfinden würde.
Meine Schwiegertochter Nicole und ich recherchierten im Netz und fanden eine Wochenendausbildung, die uns zu diesem Job befähigen sollte. Todesmutig wie Unerfahrene nun mal sind, meldeten wir uns zu dem Kurs an. Er fand in einem schicken Sportstudio nördlich von Berlin statt – und unter den Teilnehmern waren fast nur Physiotherapeuten, unter ihnen zahlreiche junge Männer mit einem Oberkörper wie Arnold Schwarzenegger. Nicole und ich mussten uns ziemlich viel Mut zusprechen, den Kurs durchzuhalten, besonders als es darum ging, eine Trainingseinheit vorzubereiten und mit genau dieser Zielgruppe durchzuführen.


Wir schafften es – nicht zuletzt weil wir aufmunternde Hilfe bekamen. Nach dem Wochenende waren wir total happy und knochenkaputt.
Aber ganz ehrlich: Noch mal muss ich das nicht haben. Da schreibe ich doch lieber eine Buchserie. 

Donnerstag, 25. Januar 2018

Besuch bei der Edition Zweihorn


In dieser Woche habe ich mich auf den Weg in den Bayrischen Wald gemacht, um dem Verlag Edition Zweihorn einen Besuch abzustatten. Vor vielen Jahren haben der Verleger Gerhard Kälberer und ich ein gemeinsames Buch für die Caritas in Freiburg gemacht und uns dabei kennen gelernt, im vergangenen Jahr hatte der Verlag das Buch „See you“ in sein Verlagsprogramm aufgenommen, das ich als Stadtschreiberin in Gotha geschrieben habe. Nun haben wir geplant, uns mal wieder zu treffen.


Uschi und Gerhard Kälberer leben in Neureichenau bei Passau zwischen Schneebergen und Bauernhäusern, Hunden und Islandpferden. Wir treffen uns in dem romantischen Holzhaus des Verlages, um über Gott und die Welt und über das Schreiben und Verlegen zu reden, eine schöne Mischung aus privatem und beruflichem Kontakt. Kulinarisch wurde ich echt verwöhnt… und so ganz nebenbei entstand auch die Idee zu einem neuen Projekt – mal schauen, wie es sich entwickelt. Ich werde euch berichten.  


Sonntag, 21. Januar 2018

Das Alter



Es gibt tatsächlich ein paar Dinge, die im Alter besser werden. Zum Beispiel, dass man wirklich mal Zeit für sich hat, dass man es schafft, sich mit einer lieben Freundin zum Kaffee zu treffen, oder ein Buch zu lesen, oder einen Spaziergang zu machen. Schön ist auch, dass das Geld plötzlich reicht. All diese plötzlichen unvorhergesehenen Ausgaben, die auf einen zukommen, wenn man in einer Familie mit Kindern lebt, gehören der Vergangenheit an. Das heißt natürlich nicht, dass das Leben und vor allem die Kinder nicht mehr teuer sind, aber irgendwie reicht das Geld plötzlich für alles und jeden. 
Die negative Seite des Alters ist aber natürlich auch präsent: die Falten, die grauen Haare, das Nachlassen der Kraft, die Angst um die Gesundheit … und nun bei mir ein ganz neu einsetzendes ständiges Frieren. Vorbei das Feuer der Jugend und die Hitzewallungen des Älterwerdens – plötzlich tritt eine nie gekannte Frostempfindlichkeit an ihre Stelle. Die 21 Grad des Wohnzimmers empfinde ich als zu kalt, ich trage plötzlich draußen Handschuhe, dicke Socken und Halstücher – und ganz ganz manchmal sogar eine Mütze. Und gestern habe ich mir endlich mal ein paar fette warme Puschen geleistet. So was hatte ich noch NIE! Muss ich mir Sorgen machen? Hoffentlich nicht!   

Dienstag, 16. Januar 2018

Magischer Pfeifton

Seit fast einem Jahr gibt mein Auto ein undefiniertes Pfeifen von sich. Es passiert irgendwann, wenn Pluto im Saturnzyklus steht, bzw. wenn Seitenwind ist und ich zwischen 50 und 80 km/h fahre. Verschiedene Werkstätten haben sich schon an diesem Pfeifton versucht. Ich kriegte neue Reifen, dann neue Bremsen mit allem was dazugehört und ordentlich was kostet – das Pfeifen blieb aber treu an meiner Seite.
Zuletzt wusste ich nur noch einen Rat: eine kleine Muckelwerkstatt im tiefsten Brandenburg. Der KFZ-Mechaniker hatte mir schon mal bei einem aussichtslosen Problem an meinem alten Auto geholfen.
Der KFZ-Meister ist gründlich. Er fährt mit mir durch die Gegend, um sich das Pfeifen anzuhören, aber natürlich: Der Vorführeffekt. Mein Wagen verhält sich leise und vorbildlich.
„Sie müssen langsamer fahren“, erkläre ich. Es tut sich nichts.
Den KFZ-Meister stört es nicht. Er hat viel zu erzählen. Während wir durch die ruhigen Straßen des Spreewaldes fahren, schimpft er über den Holzraubbau in den Wäldern und über die unsinnige Ansiedlung des Wolfes. Es ist das Stichwort Wolf, das mein Auto zu einem leisen Heulen veranlasst. Und dann ist es wieder da, dieses ominöse Geräusch. Der Meister horcht und überlegt, testet die Lenkung und die Bremse. Das muss er nachgucken, sagt er mir. Vielleicht ist die Bremse verunreinigt.
Ich lasse meinen Wagen in seiner Obhut.
Am späten Nachmittag kann ich ihn abholen. Er hat alles Mögliche an den Rädern ausgebaut und gründlich gereinigt, und bereits eine Probefahrt gemacht. Jetzt ist alles in Ordnung. Erleichtert frage ich nach dem Preis. „Fünfunddreißig Euro“, sagt er.
FÜNFUNDDREISSIG Euro? Ich kann es gar nicht glauben.  Meine Mercedes-Fachwerkstatt nimmt schon 35,- € Begrüßungsgeld, bevor sie eine Autotür öffnen!
„Naja“, sagt er ein bisschen verschämt. „Ich habe ja bestimmt eine Stunde drangesessen, alles gereinigt und mit der Bürste geschrubbt, habe auch noch ein bisschen Material verbraucht. Das Spray ist auch nicht so billig.“
„Alles gut!“, sage ich. Und dann lasse ich ein gutes Trinkgeld da!
Heute hatte ich endlich mal eine störungsfreie Rückfahrt. 

Freitag, 12. Januar 2018

Gewinnspiel beim Verlag an der Ruhr

 
 
15 000 Fans hat der Verlag an der Ruhr auf Facebook für sich gewinnen können, und zum Dank starten sie dort ein spannendes Gewinnspiel. Es gibt einen Klassensatz Bücher zu gewinnen, wenn man auf einem Kommentar bei Facebook notiert, welche Lektüre man sich für seine Schule wünscht.
Ich freue mich sehr, dass sich so viele Lehrer zu Wort melden, und noch mehr freue ich mich, dass diese dreistufige Grundschullektüre so gut bei den Lehrern ankommt. Auch dass sich so viele eine Lektüre von Petra Bartoli y Eckert oder mir wünschen, macht mich sehr stolz.
Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 14.1. Also legt euch ins Zeug!!!