Mittwoch, 18. Januar 2017

Die Stadtschreiberwohnung



Nun muss ich euch von meinem neuen Zuhause auf Zeit erzählen. Meine Stadtschreiberwohnung ist in diesem geschichtsträchtigen Haus untergebracht, dem ehemaligen Maria-Magdalena-Hospital. Heute befindet sich hier eine Seniorenpflegestelle der Diakonie, außerdem ein Frauenzentrum und ein großes Kulturbüro mit Pressestelle. 

Meine Wohnung liegt im 3. Stock und zu ihr gehören diese wundervollen Türmchen, die ihr oben im Bild seht. 
Die Wohnung ist hell und großzügig, verfügt über ein schönes Wohnzimmer mit Küche, ein Arbeitszimmer, ein Schlafzimmer und ein Gästezimmer. Besuch ist immer willkommen, wurde mir gleich gesagt. Das ist auch gut so, denn meine große Familie will sehen, ob ich auch gut untergebracht bin und brennt darauf, Gotha kennen zu lernen. 

Übrigens gibt es über mir noch einen geheimnisvollen Wohnraum für Tauben und Fledermäuse – das Turmzimmer… Eine Inspiration für Gruselgeschichten, besonders wenn man einen Blick auf die Falltür wirft … 




Donnerstag, 12. Januar 2017

Sechs Hiphopper beim Poetry Circle



„Wenn Sie Lust haben, können Sie heute Abend gerne zu unserem Poetry Circle kommen“, lädt mich Ronny Lehmann, Bildungskoordinator für Kinder und Jugendliche der Bibliothek Gotha ein. Zugegeben, Hiphopp ist nicht die Poesie, von der ich furchtbar viel Ahnung habe, aber Lyrik, egal in welcher Form, interessiert mich immer. Also nehme ich die Einladung an und bin überrascht, dass sich sechs Hiphopper im schönen Café der Bibliothek zur kreativen Schreibwerkstatt einfinden. Ronny Lehmann moderiert die Runde, bringt aber auch selbst Texte ein. Reihum stellen die jungen Menschen ihre Texte vor. Aber natürlich haben sie sie nicht auf weißem Papier in Druckerqualität bei sich. Einer zieht einen zerknitterten handschriftlichen Zettel aus der Hosentasche, zwei andere lesen von ihrem Handy ab, wieder andere haben ihren Rap einfach im Kopf und tragen ihn auswendig vor. Ich sehe sofort, wie viel Erfahrung man braucht, bis man diesen Rhythmus beherrscht. Einfach so drauflos rappen kann nur der, der es auch gelernt hat. Diese Verse auch noch gut zu reimen, stimmige Bilder zu finden und außerdem mit einer Message zu versehen, erfordert echte Begabung. Ich kann nach diesem Abend nur sagen: Respekt! Ich komme gerne wieder vorbei – vorausgesetzt, man erwartet nicht, dass ich auch einen Text mitbringe.
 
  

Dienstag, 10. Januar 2017

Ab heute Stadtschreiberin



Gestern Abend übergab mein Vorgänger Reinhard Griebner in einer Feierstunde im historischen Rathaus den Staffelstab an mich weiter. Nun bin ich nominierte Stadtschreiberin von Gotha. Für ein Jahr – mit kleinen Unterbrechungen – bin ich jetzt Bürger der Stadt Gotha und werde von hier aus an Schulen lesen, Schreibwerkstätten betreuen und für die Zeitung schreiben. Und euch halte ich natürlich in meinem Blog auf dem Laufenden.


Sonntag, 8. Januar 2017

Statistik



Vertraue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast – dieser Satz bewahrheitet sich für mich immer wieder, wenn ich mir die Statistik anschaue, die über die Zugriffe zu meiner Homepage Auskunft gibt. Viele Jahre lang hatte ich einen sehr guten Zähler einbauen lassen, der mir interessanten Einblick in die Zugriffsquellen meiner Homepage verriet. Dann aber stellte das Internetunternehmen seinen Service ein, und ich war gezwungen, auf die Zielgruppenübersicht von Google analytics zurück zu greifen. Besonders glücklich war ich darüber aber nicht. Nun ließ ich einen anderen Zähler einbauen – Motigo. Hin und wieder betrachte ich beide Zähler nebeneinander, und was soll ich euch sagen: Die Übereinstimmung liegt bei absoluten 0 %. Selbst die Anzahl der Zugriffe schwankt um 50 Zugriffe. Besonders verblüffend aber ist die Auskunft über die geografische Lage der Zugriffe. Während die eine Statistik behauptet, die Mehrheit der Zugriffe kommt aus Graz, Linz und Heidelberg behauptet die andere Statistik, sie kämen aus Köln, Frankfurt und Oberhausen. Aus dem Ausland kommt der interessanteste Zugriff bei Motigo aus Seongnam in Korea, während er bei Google aus Nizhy Novgorod/ Russland kommt. Einzige Städte, die in beiden Statistiken übereinstimmend vorkommen, sind Wien und Berlin – und das hätte ich mir auch ohne Statistik denken können… 

Samstag, 7. Januar 2017

Umzug auf Zeit



Es ist wie ein kleiner Umzug. Ich verabschiede mich von Freunden und Verwandten, ich lege meinen Vertrag mit dem Fitnesscenter auf Eis, ich packe eine Kiste mit meinen Büchern, ich suche Kleidung heraus. Am Montag wird mein neuer Job als Stadtschreiberin in Gotha beginnen.
Ein Telefongespräch mit meinem Vorgänger Reinhard Griebner hat mich sehr neugierig gemacht. Er beschrieb mir die Wohnung, er erzählte von meinen Aufgaben, und er versicherte mir, dass mir eine schöne und spannende Zeit bevorstehen würde.
Am 9. 1. findet die Verabschiedung von Reinhard Griebner im historischen Rathaus der Stadt statt. Danach bekomme ich die Urkunde und damit den Staffelstab zur 10. Runde ausgehändigt. Himmel, bin ich aufgeregt. 

Mittwoch, 4. Januar 2017

Willkommen in NRW



„Willkommen in NRW – Geschichten vom Ankommen in der neuen Heimat“ heißt die Broschüre, die im Auftrag des Ministeriums NRW für Grundschüler und Schüler der Sekundarstufe in deutsch, englisch und arabisch erstellt wurde. Die Geschichten rund um die Kinder und Jugendlichen habe ich geschrieben. Sie basieren auf realen Interviews.
Es war ein spannendes Projekt, für das sich der Verlag an der Ruhr beim Ministerium NRW beworben hatte und den Zuschlag erhielt. Dann nahmen sie eine tolle Fotografin (Marion Ott), einen genialen Illustrator (Matthias Pflügner) und eine gestandene Autorin (mich) mit ins Boot, und die Arbeit begann. Wie immer, wenn viele Menschen an einem Projekt arbeiten, muss man viele Absprachen treffen, Kompromisse machen und Vorgaben einhalten.
Mit einer Mitarbeiterin des Ministeriums besuchte ich verschiedene Schulen in Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr, interviewte dort Kinder und Jugendliche zu ihrer Situation und erstellte daraus eine Reportage bzw. eine Kindergeschichte.  Das war nicht immer einfach, aber als ich jetzt das produktive Ergebnis zugeschickt bekam und all die interessanten Schüler noch einmal vor mir sah, war ich echt gerührt.  

Samstag, 31. Dezember 2016

Rückblick auf das Jahr 2016


Nun geht das Jahr 2016 zu Ende, und ehrlich gesagt bin ich froh darüber. Ich meine – klar -  so ein Jahr ist nur eine Zahl und es stellt einem Menschen für 365 Tage Zeit zur Verfügung. Was man daraus macht und was das Schicksal daraus macht, ist ein anderes Problem. Dafür kann das Jahr ja nichts. Trotzdem wird mich wahrscheinlich immer ein Seufzer überkommen, wenn ich an das Jahr 2016 denke.
Obwohl, eigentlich, berufsbezogen betrachtet, war das Jahr 2016 ein richtig kreatives und spannendes Jahr, mit vielen tollen Schreibaufträgen, manche auch schwierig, aber alles fand sich irgendwie. Auch spannende Lesereisen hatte ich, sogar nach Polen und nach Österreich, aber auch an so schöne Schulen wie die in Westerholt, an der ich immer so gerne bin.
Aber was meine Privatsituation betrifft, war das Jahr eher schwierig mit gesundheitlichen Problemen und mit einigen traurigen Abschieden. Die wurden mir besonders am Ende des Jahres zur Weihnachtszeit noch mal deutlich.
Nun freue ich mich auf das neue Jahr, das gleich mit einem spannenden Neuanfang startet – meiner Stadtschreiberstelle in Gotha. Aber bis dahin genieße ich noch die Raunächte zwischen den Jahren. Ich wünsche euch einen guten Rutsch und grüße euch herzlich. Ich bin froh und dankbar, euch als Leser zu haben. 

Freitag, 23. Dezember 2016