Dienstag, 16. Januar 2018

Magischer Pfeifton

Seit fast einem Jahr gibt mein Auto ein undefiniertes Pfeifen von sich. Es passiert irgendwann, wenn Pluto im Saturnzyklus steht, bzw. wenn Seitenwind ist und ich zwischen 50 und 80 km/h fahre. Verschiedene Werkstätten haben sich schon an diesem Pfeifton versucht. Ich kriegte neue Reifen, dann neue Bremsen mit allem was dazugehört und ordentlich was kostet – das Pfeifen blieb aber treu an meiner Seite.
Zuletzt wusste ich nur noch einen Rat: eine kleine Muckelwerkstatt im tiefsten Brandenburg. Der KFZ-Mechaniker hatte mir schon mal bei einem aussichtslosen Problem an meinem alten Auto geholfen.
Der KFZ-Meister ist gründlich. Er fährt mit mir durch die Gegend, um sich das Pfeifen anzuhören, aber natürlich: Der Vorführeffekt. Mein Wagen verhält sich leise und vorbildlich.
„Sie müssen langsamer fahren“, erkläre ich. Es tut sich nichts.
Den KFZ-Meister stört es nicht. Er hat viel zu erzählen. Während wir durch die ruhigen Straßen des Spreewaldes fahren, schimpft er über den Holzraubbau in den Wäldern und über die unsinnige Ansiedlung des Wolfes. Es ist das Stichwort Wolf, das mein Auto zu einem leisen Heulen veranlasst. Und dann ist es wieder da, dieses ominöse Geräusch. Der Meister horcht und überlegt, testet die Lenkung und die Bremse. Das muss er nachgucken, sagt er mir. Vielleicht ist die Bremse verunreinigt.
Ich lasse meinen Wagen in seiner Obhut.
Am späten Nachmittag kann ich ihn abholen. Er hat alles Mögliche an den Rädern ausgebaut und gründlich gereinigt, und bereits eine Probefahrt gemacht. Jetzt ist alles in Ordnung. Erleichtert frage ich nach dem Preis. „Fünfunddreißig Euro“, sagt er.
FÜNFUNDDREISSIG Euro? Ich kann es gar nicht glauben.  Meine Mercedes-Fachwerkstatt nimmt schon 35,- € Begrüßungsgeld, bevor sie eine Autotür öffnen!
„Naja“, sagt er ein bisschen verschämt. „Ich habe ja bestimmt eine Stunde drangesessen, alles gereinigt und mit der Bürste geschrubbt, habe auch noch ein bisschen Material verbraucht. Das Spray ist auch nicht so billig.“
„Alles gut!“, sage ich. Und dann lasse ich ein gutes Trinkgeld da!
Heute hatte ich endlich mal eine störungsfreie Rückfahrt. 

Freitag, 12. Januar 2018

Gewinnspiel beim Verlag an der Ruhr

 
 
15 000 Fans hat der Verlag an der Ruhr auf Facebook für sich gewinnen können, und zum Dank starten sie dort ein spannendes Gewinnspiel. Es gibt einen Klassensatz Bücher zu gewinnen, wenn man auf einem Kommentar bei Facebook notiert, welche Lektüre man sich für seine Schule wünscht.
Ich freue mich sehr, dass sich so viele Lehrer zu Wort melden, und noch mehr freue ich mich, dass diese dreistufige Grundschullektüre so gut bei den Lehrern ankommt. Auch dass sich so viele eine Lektüre von Petra Bartoli y Eckert oder mir wünschen, macht mich sehr stolz.
Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 14.1. Also legt euch ins Zeug!!!



Samstag, 6. Januar 2018

Aufräumen



Wie es sich für das neue Jahr gehört, befinde ich mich zur Zeit im Aufräummodus. Es fing alles mit dem Putzschrank an, der dringend eine Sichtungsaktion benötigte, und ich fand so geheime Dinge wie Möbelpolitur und Schuhimprägnierspray darin. Auch das Scheuermittel wird wohl bis 2024 reichen.  Dann war das Badezimmer dran, anschließend der Kleiderschrank, und jetzt bin ich im Keller angekommen. Der Keller ist ein Fass ohne Boden, zumal alle Kinder hier ihre Erinnerungsschätzchen stehen haben, für die bei ihnen zu Hause kein Platz ist: Lego, Epochenhefte, Gitarrennoten, Computerzeitschriften – und zuletzt eine riesige Kiste mit He-Man-Figuren. Hilfe, was waren das für schreckliche Monster. Sie haben ein Schweinegeld gekostet, aber jetzt weiß wahrscheinlich niemand mehr, wie sie heißen und ob sie zu den Guten oder Bösen gehören.
Verstaubte Grüße… 

Montag, 1. Januar 2018

Jahreswechsel



Immer wenn ich in einer Silvesternacht auf einer Anhöhe stehe und von Ferne auf das Feuerwerk schaue, denke ich an eine ganz besondere Silvesternacht zurück. Ich war vielleicht 17, war zu einer Silvesterparty in die Stadt gegangen, um mich mit Freunden zu treffen. Irgendjemand hatte die Idee, aus der Stadt hinauszufahren, auf einen Berg, um einen besseren Blick auf das Feuerwerk zu haben. Einer der Freunde hatte ein Auto, ein anderer eine Flasche Sekt, und gemeinsam machten wir uns auf den Weg, um vom Waldrand aus den Jahreswechsel anzuschauen. Ich erinnere mich noch zu gut an dieses stille Nebeneinanderstehen, die Gesichter dem Feuerwerk zugewandt. Die Stille des Waldrandes bildete einen seltsamen Kontrast zu dem bunten Geschehen in der Stadt. Wir blieben in Distanz, das Gefühl von gemeinsam erlebter Einsamkeit verband uns.
Und obwohl ich danach zahlreiche Feuerwerke erlebte, mal mitten drin, mal außen vor, ist dieses eine Erleben immer noch ganz besonders präsent. 

Samstag, 30. Dezember 2017

Literarischer Rückblick 2017


Hier kommt also nun Teil 2 des Jahresrückblicks, ein literarischer Überblick über das Jahr 2017.

Anfang des Jahres erschienen die Hefte „Willkommen in NRW“ für die Grundschule und die Sekundarstufe, die ich zusammen mit dem Verlag an der Ruhr für das Ministerium für Schule und Weiterbildung geschrieben habe. Die Geschichten und Reportagen über Flüchtlinge verschiedener Länder basieren auf realen Interviews mit Betroffenen und erzählen vom Ankommen in Deutschland, von Ängsten und Hoffnungen, von Mut und Aufbruch.

Diese beiden Lektüren „Der neue Bruder“ und „Die Mutprobe“ habe ich für den Gyldendal-Verlag in Kopenhagen geschrieben. Sie sind für dänische Jugendliche gedacht, die die deutsche Sprache erlernen.

Das Thema Deutsch lernen war auch die Hauptmotivation für diese fünf Comicromane, die im Verlag Hase und Igel erschienen sind. Sie setzen sich ebenfalls mit dem Thema Integration ausländischer Jugendliche in Deutschland auseinander.

Und auch diese drei Bücher haben das Deutschlernen durch einfache Geschichten zum Mittelpunkt, zwei sind für die Grundschule geeignet, das andere für die Sekundarschule.

Und zuletzt erschien dann noch dieser Jugendroman „See you – ich sehe dich“ bei der Edition Zweihorn, der sich mit der Internetplattform Younow auseinandersetzt. Ich habe ihn in der Zeit geschrieben, in der ich als Stadtschreiberin in Gotha war. Es ist das einzige Buch, das 2017 geschrieben und auch in dem Jahr erschienen ist. Alle anderen sind ein Jahr vorher erstellt worden.


Natürlich war das Jahr 2017 auch ein wahnsinnig volles Schreibjahr für mich – die Ergebnisse dazu präsentiere ich euch dann aber Silvester 2018.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Jahresrückblick 2017 – Teil 1


Sohn Nils im Regen
Meinen Jahresrückblick 2017 habe ich diesmal in zwei Teile aufgeteilt, sozusagen als Folgeroman. Schon daran könnt ihr sehen, dass viel passiert ist. 
Es war ein turbulentes Jahr, ein Jahr auf der Überholspur der Autobahn, jedenfalls fahrtechnisch gesehen. Ich war nämlich unendlich viel unterwegs.
In diesem Jahr war ich ja Stadtschreiberin in Gotha, und eben schon deswegen ein halbes Jahr lang in dieser hübschen Stadt anwesend, habe Thüringen kennengelernt, viele unglaublich nette Bekanntschaften gemacht, habe Lesungen gegeben, Museen, Konzerte und Veranstaltungen besucht und natürlich unglaublich viel geschrieben. Im Sommer stand dann das Kontrastprogramm an. Ich verbrachte nämlich wieder zwei Monate auf dem Campingplatz meines Sohnes im Spreewald. Das Schreiben wurde zur schönsten Nebensache der Welt, ich wurde nun in den Brötchenverkauf integriert, übernahm die Kinderanimation und shuttlete die Camper zu verschiedenen Orten des Spreewaldes.
Außerdem war ich natürlich zu verschiedenen Lesungen unterwegs, pendelte zwischen der Nordsee und dem Ruhrgebiet hin und her, war in Dänemark, Polen und Österreich. Da auch mein Mann beruflich viel unterwegs war, verabredeten wir uns immer an den verschiedensten Schnittstellen, trafen uns in dem einen oder anderen Zuhause, waren auch mal gemeinsam unterwegs. Das war witzig und spannend.
Zu kurz kamen alte Freunde, aber natürlich auch die Familie, und unser schönes Haus stand fast ein Jahr lang allein herum, aufmerksam bewacht von den lieben Nachbarn.
Zwischendurch gab es für mich auch diese Phasen der Unsicherheit, wenn ich in engmaschigen Kontrolluntersuchungen beim Arzt saß, die Angst in der Handtasche. Aber Gott sei Dank verlief alles im grünen Bereich.  Auch dass ich bei diesem vielen Unterwegssein keine Unfälle hatte, macht mich unendlich dankbar.
So schaue ich auf ein reiches Jahr zurück und bin glücklich, so viel erlebt zu haben. Im kommenden Jahr darf es dann aber gerne ein bisschen ruhiger werden.

Samstag, 23. Dezember 2017

Schöne Weihnachten


Weihnachten verbinde ich immer mit viel Organisation, mit Kochen, Einkaufen und Betten beziehen. In diesem Jahr aber habe ich fast gar nichts zu tun, weil wir über die Feiertage eingeladen sind. Darüber freue ich mich und es entspannt mich total.
Wenn man sich in Paderborn im Paderquellgebiet an eine bestimmte Stelle stellt, kann man sehen, wie der Turm des Doms zwischen den beiden Türmen der Abdinghofkirche hindurch scheint. Hier ist auch dieses Foto entstanden.
Ich wünsche euch allen eine besinnliche und festliche Weihnachtszeit. Lasst euch schön beschenken und genießt die Zeit mit Freunden oder der Familie. 

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Vorzeitiges Weihnachtsgeschenk



Heute habe ich mir ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk gemacht. Als ich nämlich zum wiederholten Male mit eiskalten Händen im Auto saß, und mit spitzen Fingern das noch eiskältere Lenkrad anfasste, fiel mir ein, dass mein allererster Käfer ein weiches, warmes Fell um das Lenkrad hatte. Heute beim Bummel über den Weihnachtsmarkt blieb ich bei einem Fellhändler zwischen Puschen und Schafwolldecken stehen, und plötzlich hörte ich mich fragen: „Haben Sie eigentlich ein Fell für ein Lenkrad, oder gibt es so etwas nicht mehr?“ „Eins habe ich noch“, sagte er. Das habe ich mir dann gegönnt, und denkt euch, ich konnte es sogar selbst installieren ; ))
Ich schickte dieses Foto sofort an meine Familien-Whats-App-Gruppe. Kommentar von Sohn Alex: „Und wo bleibt der Fuchsschwanz?“