Freitag, 15. Dezember 2017

Noch einmal Thüringen


Es gibt Städte, die einen nicht loslassen. Kaum habe ich meinen Abschied aus Gotha genommen, kommt eine Anfrage von der Regelschule in Crawinkel, knapp 20 Kilometer von Gotha entfernt: „Können Sie noch mal zu ein paar Lesungen zu uns kommen? Möglichst noch in diesem Jahr?“
An der Regelschule Crawinkel bin ich schon oft und auch sehr gerne gewesen, und natürlich sage ich zu, auch wenn es ein seltsames Gefühl ist, wieder nach Gotha zu fahren, wo ich mich doch gerade erst nicht so leichten Herzens von dieser Stadt verabschiedet habe. Die Stadtverwaltung gestattet mir sogar, meine Wohnung noch einmal zu beziehen.
Kaum laufe ich durch die Stadt, um mir den Schlüssel für die Stadtschreiberwohnung abzuholen, begegne ich einer lieben Bekannten – Monika Breitung, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, sich um die Stadtschreiber zu kümmern, und mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat. Ein Kaffee und ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt sind damit gebont und natürlich Ehrensache.



Zwei Tage bin ich dann an der Regelschule Crawinkel zu Gast. Die Schule hat sich in den letzten Jahren gemacht, ist bunter und schicker geworden. Viele Schüler können sich noch an mich erinnern – das ist ein tolles Gefühl. Ich lese überwiegend aus dem Roman, den ich in Gotha geschrieben habe, und die Schüler sind sehr interessiert. Als ich die Schule verlassen will, hält mich ein Mädchen auf und erzählt mir, sie hätte sich noch am selben Tag meiner Lesung drei Bücher von mir aus der Schulbücherei ausgeliehen. Ein schöneres Kompliment gibt es wohl kaum, oder? 

Sonntag, 10. Dezember 2017

Weihnachtsgedichte



Der Weihnachtsmann hat sich im Kindergarten meiner Enkelkinder angekündigt. Für diesen Fall haben sie einige Weihnachtsgedichte und – lieder gelernt. Stolz präsentieren sie sie mir.
Immerhin, ich kann auch mit einigen Gedichten aufwarten, selbst wenn meine Zeit als Grundschullehrerin schon einige Jahre zurückliegt.
„Kennt ihr das?“, frage ich und fange gleich an: „Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen, es kam aus dem Walde, die Haare voll Schnee…“
Ich merke selbst, dass der Text nicht so ganz stimmt. Immerhin, der Rhythmus passt. Leider weiß ich aber absolut nicht mehr, wie das Gedicht nach diesem Dreizeiler weitergeht. Tim und Clara schauen mich mit weit aufgerissenen Augen an. „Das Mützchen“, schreien sie dann gleichzeitig. Und verdammt, sie haben recht… 

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Nachtrag


Bei einer Lesung in Österreich habe ich mich ein bisschen auf dem Schulgelände verloren. Ein Hausmeister nimmt sich meiner an und bringt mich zum Lehrerzimmer. Er schließt die Tür auf und wirft einen Blick in den Raum.
„Herr …, hier steht eine junge attraktive Frau, die zu Ihnen möchte“, behauptet er.
Leises Poltern im Lehrerzimmer. Dann stürzt ein junger Mann zur Tür. Er betrachtet mich freundlich. Mit keiner Wimper verrät er, dass er jetzt enttäuscht ist.
„Oh, tut mir leid, ich bin es nur“, sage ich zerknirscht. „Sie haben jetzt wahrscheinlich gedacht, Heidi Klum wäre gekommen.“
Der junge Mann lächelt.
„Wer ist Heidi Klum?“, fragt er. „Wir haben auf Sie gewartet.“
Schon verdammt charmant, diese Ösis! 

Montag, 4. Dezember 2017

Neuerscheinungen 2018

Auch im kommenden Jahr werden einige neue Bücher von mir erscheinen, die nun bereits bei amazon gelistet sind und ich euch darum vorstellen möchte.
Im Januar bereits erscheint das Buch „Ein Feriencamp voller Überraschungen“, das ich für den Hueber-Verlag in der Niveaustufe A 1 geschrieben habe, und das sich durch die leichte Sprache und viele Comiczeichnungen besonders zum Deutschlernen eignet. Es handelt von Greta und Max, die sich in einem Feriencamp kennenlernen. Sie können sich nicht besonders gut leiden, bis sie schließlich einen schwierigen Parcours gemeinsam zu bewältigen haben.

Im März 2018 wird der autobiografische Jugendroman „Geflüchtet“ erscheinen, den der syrische Jugendliche Seif Arsalan mit meiner Hilfe geschrieben hat. Er handelt von der lebensgefährlichen Flucht aus dem Kriegsgebiet in Syrien. Seif muss schwierige Entscheidungen treffen und unglaublich viel Verantwortung tragen, bis er in Deutschland ankommt, und auch hier hat er viele Ängste und Probleme zu bewältigen.

Im Mai 2018 wird wieder eine dreistufige Leselektüre für die Grundschule erscheinen. Sie heißt „Ben bei den Piraten“ und handelt von einem Jungen, der mit seiner Klasse ein Schloss besichtigt. Die Klasse wird aufgefordert, dicke braune Puschen anzuziehen, um das Parkett nicht zu beschädigen, die aber geradezu zum Rutschen herausfordern. Ben wird auf ein Piratenbild aufmerksam, das an der Wand hängt. „Willst du mal sehen, wie toll ich rutschen kann?“, ruft er dem Piratenkapitän zu, nimmt Anlauf und rutscht auf das Bild zu… Als er erwacht, befindet er sich mitten auf dem Ausguck des Piratenschiffes. 

Freitag, 1. Dezember 2017

Wieder beim Sport


In diesem Jahr ist der Sport eindeutig zu kurz gekommen. Das lag daran, dass ich weder in Gotha, noch im Spreewald ein brauchbares Fitnessstudio gefunden habe. Zum einen waren sie viel teurer als bei uns, zum anderen waren die Trainer nicht wirklich so, dass sie mich von der Matte gerissen hätten. Ich habe dabei mal wieder gelernt, dass die Pädagogik eine nicht zu unterschätzende Kunst ist.
Im Spreewald gab es zum Beispiel eine hyperaktive Trainerin, die mit wilden Bewegungen durch den Raum „zumbate“, während wir Teilnehmer ihr mit ratlosem Gesicht zuschauten. In Gotha stieß ich auf eine Trainerin, die mit leisem Stimmchen irgendwelche Übungen ansagte und gleichzeitig auf dem Aerobik-Step sprang. Da hätte man schon Hellseherin sein müssen, wenn man mitmachen wollte. Ganz zu schweigen von dem muskelbepackten Trainer, der bis zu den Zähnen tätowiert war und sich überwiegend selbst im Spiegel bewunderte.
So war ich in diesem Jahr nur ein bisschen schwimmen und radeln, meine Muskeln sind aber auf Ballgröße (Tischtennisball) zusammengeschrumpft.
Nun bin ich wieder da, wo ich immer hingehe, in die beste Muckibude der Welt. Zwei Kurse, und ich spüre, dass ich überall am Körper Muskeln habe, und wenn ich später im Auto sitze, bin ich verschwitzt bis auf die Unterhose. Aber es geht mir blendend.